Nachdem ich meinen Jahresurlaub ja schon hinter mir habe, bleibt nur noch die Zeit für einen Kurztrip … und zwar nach Kuba.


Diesmal mit mir auf Tour ist Kathi.


Die Überlegung nach Kuba zu reisen, reifte bei mir schon geraume Zeit. Und jetzt soll es angegangen werden. Doch die Umsetzung erwies sich als schwieriger als gedacht. Besonders die Logistik für Individualtouren schien hier das Problem.

Die Empfehlung des Reisebüros war 14 Tage in Havanna oder Varadero und von dort aus Tagesausflüge zu machen.

Hmm… abgelehnt.

Ein wenig Eigenständigkeit und Abenteuer sollte schon sein.

Kathi, die sich als kleines Organisationstalent herausstellte, hat dann im Web einen Spezialanbieter für Kuba- und Lateinamerikareisen recherchiert, und so kamen wir dann doch noch zu unserer Rundreise…



Hinweis:

Rechtschreibfehler sind zukunftsweisend und gehören zur (baldigen) neuen Reform.



Arbeitstitel:

Rauchwaren, Spirituosen und Musik

oder

Zigarren, Rum und Fidel

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Donnerstag, 6. Oktober 2016

04.10.16 Havanna – Viñales



10 Uhr los. Doch zunächst hieß es den Wagen holen. „Harry“ war nicht da und so musste ich halt selbst los. Der Wächter textet mich zu irgendwas zu bezahlen, quatschte mich noch irgendwas mit seiner Mutter auf mich ein, die sich auf dem Parkplatz ein Nest gebaut oder irgendwie sowas. Ich packte die 1. Brasilianische Regel „Daumenhoch und lächeln“ aus und wiederholte stur, dass die Parkgebühr bereits in der Casa (Pension) bezahlt wurde. Irgendwann gab er auf und lotste mich von seinem Hof.

Die erst Aufgabe bestand nun darin aus dem Viertel heraus zu kommen. Aber auch diese meisterten wir. Auf dem Malecón lief es dann wie geschmiert und der Verkehr hielt sich in Grenzen. Leider mussten wir auf die aktive Navigation verzichten, da das Navi hier keine navigierbaren Routen reklamierte. Schon putzig, dabei hatte ich doch das komplette Kuba Offline Kartenmaterial geladen. Also die Straßen und Straßennamen hatten wir, nur war eine Navigation dennoch nicht möglich. Naja egal, mussten wir improvisieren, was soweit auch ganz gut ging.

Raus aus Havanna folgten wir erst ein Stück der Autopista – natürlich nachdem wir die Abfahrt verpasst hatten. Die Ausschilderung ist hier wenn überhaupt vorhanden, sehr spärlich verteilt. Das sind wir aus Deutschland anders gewohnt.

Auf der „Autobahn“ kamen wir gut voran, mal abgesehen von gelegentlichen Hindernissen wir Schlaglöcher, Pferdefuhrwerken, Radfahrer, Fußgängern und Anhaltern, die einem gleich ein Stück entgegenkommen wollten.

Bei Candelaria bogen wir nach Norden ab in die Berge Sierra del Rosario. Die Straße wurde löchriger und wand sich serpentinenartig. In Bahia Honda kamen wir wieder auf die Hauptstrecke, die sich als landschaftlich sehr schön, aber zustandstechnisch als eine echte  Katastrophe erwies. Die Schlaglöcher so zahlreich, das es fast zu Fuß schneller gegangen wäre. Ich hatte dann irgendwann genug und überließ Kathi das Steuer – sie sollte schließlich auch was davon haben.





In La Palma irrten wir wieder ein wenig rum, da das Navi wegen Überhitzung den Dienst eingestellt hatte und die Ausschilderung mal wieder nicht zu finden war.

Aber wir sind ja nicht auf den Mund gefallen und haben einfach mal eine Eingeborenen, der des Weges stand gefragt. Verstanden haben wir nicht die Hälfte, aber wir hatten wieder eine Richtung, natürlich die entgegengesetzte.



Dann fanden wir tatsächlich wieder einen Hinweis auf Pinar del Rio und wir waren wieder on tour. Leider war der Vortrieb nur von kurzer Dauer, denn ein LKW der mit max. 20 km/h vor uns herschlich bremst uns aus. Es bildete sich ganz schnell eine langsame Polonaise durch die kurvenreiche Landschaft. Es wurde langsam nervig, denn überholen war nicht möglich. Also zogen wir die die Bremse und fuhren auf den nächsten Parkplatz, die Füße vertreten und den Blutdruck zu senken – so eilig hatten wir es dann doch nicht.


Nach 10 min fuhren wir weiter ohne weitere große Bremsklötze – Radfahrer, Fußgänger, Eselskarren zähle ich mal nicht mit. Dann in Viñales – wie sollten wir unsere Unterkunft finden? Die Navitante schwieg noch immer und das Kartenmaterial, welches wir von der Verleihstation bekommen hatten war für die Füße. Ohne Straßennamen und mit einer Karte, die einer Modern Art Interpretation eines Schimpansen entsprach, kamen wir hier nicht weiter. Selbst der Tankstellenwart, den ich dann nach dem Weg befragte und die Karte vorlegte, fand sich darauf nicht zurecht, winkte ab und meinte dass er es mir so erklären würde.


Also wieder eine Richtung 4 Blocks weiter, links, dann 2 Blocks, Kreisverkehr und rechts. Naja so ganz haute das nicht hin und wir fragten ein weiteres Mal denn soweit konnten wir nicht entfernt sein. Und siehe da, eine Querstraße weiter erreichten wir unsere heutiges Ziel. Also mit Fragen kommt hier auch ganz gut weiter, auch wenn man es nicht so mit der Sprache hat. Mit drei Brocken Spanisch, Englisch, Händen und Füßen, Stift und Zettel funktioniert das hier, die Kubaner sind da sehr freundlich und hilfsbereit.  


Es war mittlerweile 16Uhr und wir bezogen Quartier. Mit dem Gastwirt klärten wir noch die Programmoptionen der nächsten zwei Tage ehe wir noch einen kleinen Rundgang um Block machten.




Halb 8 kam der Guide für unsere morgige Tour und wir besprachen noch die Modalitäten.
Abendessen gab es heute im Casa, die Hausfrau persönlich gab sich die Ehre.

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