10 Uhr los. Doch zunächst hieß es den Wagen holen. „Harry“
war nicht da und so musste ich halt selbst los. Der Wächter textet mich zu
irgendwas zu bezahlen, quatschte mich noch irgendwas mit seiner Mutter auf mich
ein, die sich auf dem Parkplatz ein Nest gebaut oder irgendwie sowas. Ich packte
die 1. Brasilianische Regel „Daumenhoch und lächeln“ aus und wiederholte stur,
dass die Parkgebühr bereits in der Casa (Pension) bezahlt wurde. Irgendwann gab
er auf und lotste mich von seinem Hof.
Die erst Aufgabe bestand nun darin aus dem Viertel heraus
zu kommen. Aber auch diese meisterten wir. Auf dem Malecón lief es dann wie
geschmiert und der Verkehr hielt sich in Grenzen. Leider mussten wir auf die aktive
Navigation verzichten, da das Navi hier keine navigierbaren Routen reklamierte.
Schon putzig, dabei hatte ich doch das komplette Kuba Offline Kartenmaterial
geladen. Also die Straßen und Straßennamen hatten wir, nur war eine Navigation
dennoch nicht möglich. Naja egal, mussten wir improvisieren, was soweit auch
ganz gut ging.
Raus aus Havanna folgten wir erst ein Stück der Autopista
– natürlich nachdem wir die Abfahrt verpasst hatten. Die Ausschilderung ist
hier wenn überhaupt vorhanden, sehr spärlich verteilt. Das sind wir aus
Deutschland anders gewohnt.
Auf der „Autobahn“ kamen wir gut voran, mal abgesehen von
gelegentlichen Hindernissen wir Schlaglöcher, Pferdefuhrwerken, Radfahrer,
Fußgängern und Anhaltern, die einem gleich ein Stück entgegenkommen wollten.
Bei Candelaria bogen wir nach Norden ab in die Berge
Sierra del Rosario. Die Straße wurde löchriger und wand sich serpentinenartig.
In Bahia Honda kamen wir wieder auf die Hauptstrecke, die sich als
landschaftlich sehr schön, aber zustandstechnisch als eine echte Katastrophe erwies. Die Schlaglöcher so
zahlreich, das es fast zu Fuß schneller gegangen wäre. Ich hatte dann
irgendwann genug und überließ Kathi das Steuer – sie sollte schließlich auch
was davon haben.
In La Palma irrten wir wieder ein wenig rum, da das Navi
wegen Überhitzung den Dienst eingestellt hatte und die Ausschilderung mal
wieder nicht zu finden war.
Aber wir sind ja nicht auf den Mund gefallen und haben
einfach mal eine Eingeborenen, der des Weges stand gefragt. Verstanden haben
wir nicht die Hälfte, aber wir hatten wieder eine Richtung, natürlich die
entgegengesetzte.
Dann fanden wir tatsächlich wieder einen Hinweis auf
Pinar del Rio und wir waren wieder on tour. Leider war der Vortrieb nur von kurzer
Dauer, denn ein LKW der mit max. 20 km/h vor uns herschlich bremst uns aus. Es
bildete sich ganz schnell eine langsame Polonaise durch die kurvenreiche
Landschaft. Es wurde langsam nervig, denn überholen war nicht möglich. Also
zogen wir die die Bremse und fuhren auf den nächsten Parkplatz, die Füße
vertreten und den Blutdruck zu senken – so eilig hatten wir es dann doch nicht.
Nach 10 min fuhren wir weiter ohne weitere große
Bremsklötze – Radfahrer, Fußgänger, Eselskarren zähle ich mal nicht mit. Dann
in Viñales – wie sollten wir unsere Unterkunft finden? Die Navitante schwieg
noch immer und das Kartenmaterial, welches wir von der Verleihstation bekommen
hatten war für die Füße. Ohne Straßennamen und mit einer Karte, die einer Modern
Art Interpretation eines Schimpansen entsprach, kamen wir hier nicht weiter. Selbst
der Tankstellenwart, den ich dann nach dem Weg befragte und die Karte vorlegte,
fand sich darauf nicht zurecht, winkte ab und meinte dass er es mir so erklären
würde.
Also wieder eine Richtung 4 Blocks weiter, links, dann 2
Blocks, Kreisverkehr und rechts. Naja so ganz haute das nicht hin und wir
fragten ein weiteres Mal denn soweit konnten wir nicht entfernt sein. Und siehe
da, eine Querstraße weiter erreichten wir unsere heutiges Ziel. Also mit Fragen
kommt hier auch ganz gut weiter, auch wenn man es nicht so mit der Sprache hat.
Mit drei Brocken Spanisch, Englisch, Händen und Füßen, Stift und Zettel
funktioniert das hier, die Kubaner sind da sehr freundlich und hilfsbereit.
Es war mittlerweile 16Uhr und wir bezogen Quartier. Mit
dem Gastwirt klärten wir noch die Programmoptionen der nächsten zwei Tage ehe
wir noch einen kleinen Rundgang um Block machten.
Halb 8 kam der Guide für unsere morgige Tour und wir
besprachen noch die Modalitäten.
Abendessen gab es heute im Casa, die Hausfrau persönlich
gab sich die Ehre.
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